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SUMMARY:Indien\, Europa\, weltweit: Geschichten von moderner Sklaverei und Menschenwürde
DESCRIPTION:mehr Wert! e.V.\, das Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V.\, Amnesty International Saarbrücken\, das UniGR-Center for Border Studies\, Attac Saar\, die Evangelische Studierendengemeinde Saarbrücken (ESG)\, das Studienbegleitprogramm Rheinland-Pfalz/Saarland (STUBE) sowie die Bündnisse Sklavenlos! und Saarland-Verantwortung-Lieferketten laden ein zu einer Matinée mit Vortrag und Diskussion: \nIndien\, Europa\, weltweit:\nGeschichten von moderner Sklaverei und Menschenwürde\nSonntag\, 16. Juni 2024\, ab 11 Uhr \nMenschenrechtspreisträger Dr. Kiran Kamal Prasad\nim Veranstaltungsraum der Commune in 66111 Saarbrücken\n(Futterstr. 4\, Eingang durch das Café Kosmos oder in der Rotenhofstr.) \nDas Thema: \nUnsichtbar\, aber allgegenwärtig: Über 50 Mio. Menschen arbeiten und leben heute weltweit in Zwangsarbeit\, Sklaverei oder unter sklavereiähnlichen Bedingungen. Lebensmittel\, Textilien\, Leder\, Baustoffe\, IT\, Schmuck und vieles mehr – es gibt kaum ein Produkt aus globalen Lieferketten\, das ohne schwere Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen und Schäden für die Umwelt hergestellt wurde. Und kaum eine Region\, in der moderne Sklaverei nicht praktiziert wird. \nWährend die dramatische Situation der Bauarbeiter in Katar und der uigurischen Textilarbeiter*innen in Xinjiang weit weg erscheint\, spielt sich eine ungeahnte Ausbeutung unter anderem auf den Obst- und Gemüseplantagen in Italien und Spanien\, in Textilfabriken in Südosteuropa und auf Großbaustellen in Deutschland ab\, direkt vor unserer Tür. Unternehmen erwächst hieraus ein Milliardengeschäft und als Konsument*innen haben wir uns an irreale Preise gewöhnt. Den Staatskassen hingegen entstehen große Verluste. \nMit den vor kurzem beschlossenen Lieferkettengesetzen und dem EU-Bann von Produkten aus Zwangsarbeit gibt es erste rechtliche Handhaben\, die Menschenrechte in den globalen Lieferketten zu stärken. Doch Millionen von Menschen\, die unter Bedingungen von (moderner) Sklaverei außerhalb der EU für Binnenmärkte produzieren\, befinden sich aktuell noch vollkommen außerhalb unseres Radars. \nÜber diese Punkte sowie über die folgenden Fragen werden die Referent:innen sprechen: Wer sind die Betroffenen von (moderner) Sklaverei und wie wirkt sich diese auf sie aus? Welche Handlungsansätze gibt es lokal bis international von staatlicher wie zivilgesellschaftlicher Seite und wie erfolgreich sind sie? Welche Möglichkeiten haben wir in unseren unterschiedlichen Wirkungsfeldern\, einen Beitrag zu einer menschenwürdigen Arbeit weltweit zu leisten?                ¬ \nZum Ablauf: \n\nImpulsvortrag von Dr. Kiran Kamal Prasad\, Menschenrechtspreisträger 2024 des AK-Shalom für Frieden und Gerechtigkeit an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Er wird von Jeevika\, einer Bewegung zur Überwindung von Schuldknechtschaft in Südindien\, berichten.\nIm Anschluss bietet sich die Gelegenheit zu Fragen und Diskussion\, unter anderem mit Tamara Enhuber aus den Bündnissen Sklavenlos! und Saarland-Verantwortung-Lieferketten. Sie wird einen Blick auf die aktuelle Situation und Entwicklungen in Deutschland\, in der EU und weltweit werfen.\nAusklang und informeller Austausch mit dem Publikum\, Referent:innen und den Veranstaltern.\n\nDie Veranstaltung findet teilweise auf Englisch mit deutscher Übersetzung statt. \n  \nZu den Referent:innen: \nDr. Kiran Kamal Prasad: ehemals tätig als Jesuitenpater\, Arbeiterpriester\, Lehrer und Ethnologe; lebte und arbeitete Anfang der 80er in Dorfgemeinschaften der Siddis (Nachfahren afrikanischer Sklav:innen in Indien)\, ab 1985 mit Dalits in Karnataka/Indien. 1987 wird Kiran K. Prasad zum ersten Mal mit Schuldknechtschaft konfrontiert. Seitdem engagiert er sich – ab den 90ern in der von ihm und jungen Dalits initiierten Bewegung Jeevika sowie in regionalen und nationalen Menschenrechtsgremien – für die Überwindung von ‚bonded labour‘ und für ein Empowerment der Dalits. \nKleine Anmerkung: „Bonded labour“ bezeichnet verschiedene Praktiken von Zwangsarbeit wie Schuldknechtschaft oder Fronarbeit\, von denen vor allem Dalits und Angehörige indigener Gemeinschaften betroffen sind. \nTamara Enhuber: Soziologin\, arbeitet seit 1995 in verschiedenen Zusammenhängen zu heutigen Formen von Zwangsarbeit. Aktuell tätig als Eine Welt-Promotorin für global verantwortliches Wirtschaften bei mehr Wert! e. V. \nZu Jeevika:  \nJeevika begleitet Menschen auf ihrem Weg zur Freilassung aus ‚bonded labour‘ und zu ihrer Rehabilitation\, unterstützt – inspiriert von Paulo Freires Befreiungspädagogik – Hunderte von Gewerkschafts- und Selbsthilfegruppen in den Dörfern Karnatakas\, führt mit den Bewohner*innen Erhebungen durch\, schult Arbeiter*innen\, Aktivist*innen und Regierungsbeamt*innen\, unterrichtet Kinder und Erwachsene\, macht mit Straßentheater und Demonstrationen öffentlich auf ‚bonded labour‘ aufmerksam\, stößt in Verhandlungen mit Behörden und Politik Programme und Regulierungen an. \nEs findet keine Anmeldung über STUBE statt.
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